Griff in die Geschichte (20) 

Arp Schnitger – Berühmter Orgelbauer des Barock

 

Arp Schnitger war ein herausragender Orgelbaumeister in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts. Mit Orgeln in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden und auch in Russland und Portugal war er eine bedeutende Persönlichkeit der Orgelkunst. 1708 war er zum Königlich Preußischen Hoforgelbauer ernannt worden. Auch drei Jahrhunderte später ist sein Ruhm nicht verblasst. gig20 Orgelbauerhof Schatten

Schnitgers Orgeln zeugen von seinen herausragenden Fähigkeiten und seinem vollendeten Klanggefühl. Er war künstlerisch und handwerklich äußerst geschickt und erreichte eine auf die feinste Nuance ausgewogene Harmonie der Töne. Durchdachte Herstellungssequenzen, technische Perfektion, präzise Handarbeit und höchste Qualität garantierten eine lange Lebensdauer der empfindlichen Instrumente; über die Zeit wurden jedoch viele durch äußere Einwirkungen zerstört. Doch fast 30 seiner Orgeln sind noch erhalten, wenn auch nicht immer gänzlich im Originalzustand.
Arp Schnitger unterhielt Werkstätten an mehreren Orten wie Berlin, Hamburg, Stade, Magdeburg und sogar Groningen und weiteren. Er baute weit über 100 Orgeln und reparierte, restaurierte oder verbesserte etwa 60; ins Ausland lieferte er rund 30 Instrumente. Die Orgel in Hamburgs St. Nicolai-Kirche war zur damaligen Zeit die vermutlich größte Orgel der Welt, sie fiel dem großen Brand von 1842 zum Opfer. Basierend auf einer weit älteren Orgel, entstand auch die in St. Jacobi in vierjähriger Bauzeit zum großen Teil von ihm, allerdings wurde sie seit 1693 an mehreren Stellen erneuert; sie ist eine der größten noch erhaltenen Orgeln aus der Zeit. 1989 erschien eine Briefmarke zu Ehren ihres Erbauers.
Seit 1991 trägt ein neu entdeckter Asteroid seinen Namen. Die Arp-Schnitger-Gesellschaft kümmert sich um sein kulturelles Erbe. In der nahen Umgebung von Hamburg findet man noch seine Orgeln in Steinkirchen, Jorg, Hollern, Neuenfelde, Ochsenwerder und in Cappel bei Cuxhaven.
Das 300. Todesjahr des hoch angesehenen Orgelbauers des Barock nimmt Hamburg zum Anlass, 2019 zum Orgeljahr zu erklären; zahlreiche Konzerte, Vorträge oder Führungen werden deshalb in der Stadt angeboten. 

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Quellen und Literatur zum Thema in der VHG-Bibliothek:

 

In der Bibliothek des Vereins finden sich einige Titel zu Arp Schnitger:

 

Claus Ahrens, Archäologische Untersuchungen in der Kirche zu Hamburg-Neuenfelde und die Identifizierung der Grabstätte Arp Schnitgers, in: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Band 59 (1973), S. 89-97.
A.I.2.198

Günter Seggermann, Die Orgeln in Hamburg. Christians Verlag, Hamburg 1997.
A.IX.1.002.06

Gustav Fock, Hamburg’s Role in Northern European Organ Building. Westfield Center, Easthampton (Massachusetts) 1997.
A.XI.06.041

Die Arp-Schnitger-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi Hamburg. Festschrift aus Anlass der Wiederweihe am Sonntag- Septuagesimae-29. Januar 1961. Herausgegeben vom Kirchenvorstand der Hauptkirche, Hamburg 1961.
A.XII.3.090

Lutz Mohaupt, Meine Geschichte mit der Arp-Schnitger-Orgel. Lutherische Verlagsgesellschaft, Kiel 1993.
A.XII.3.092

Günter Seggermann, die Orgeln der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg. Schnell & Steiner, München und Zürich 1987.
A.XII.3.146

Helmut Roscher, Die Arp-Schnitger-Orgel zu Hamburg-Neuenfelde. Sost & Co., Hamburg-Harburg 1980.
A.XII.3.208

 

 

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