Vortragsprogramm – Frühjahr 2015

Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen!

 

Bitte beachten Sie jeweils den Veranstaltungsort:

Der Vortragsraum der Staatsbibliothek befindet sich im 1. Stock
des Gebäudes der Staats- und Universitätsbibliothek, Von-Melle-Park 3

Der Lorichs-Saal befindet sich im Erdgeschoss des Staatsarchivs Hamburg, Kattungbleiche 19.

 

 

Mittwoch, 25. Februar, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

In Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Dr. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Die Verehrung der Heiligen Gertrud. Beobachtungen anhand der Sankt-Gertruden-Kapellen von Hamburg, Lübeck und Rostock 

Die heilige Gertrud von Nivelles, eine Äbtissin aus fränkischem Königshaus, wurde Ende des 14. und im 15. Jahrhundert eine „Modeheilige“, der zahlreiche Altäre und Kapellen in Norddeutschland geweiht wurden und nach der sich Bruderschaften benannten. In Hamburg, Lübeck und Rostock kam es zur Gründung vorstädtischer Kapellen mit eigenen Elenden-Kirchhöfen für gestorbene Fremde, denen der Zugang zu den Kirchspielskirchen verwehrt war. Alle drei Kapellen sind heute verschwunden – die St.-Gertruden-Kirche Hamburgs wurde nach dem Großen Brand 1842 niedergelegt. Der Vortrag beleuchtet die religiösen und sozialen Hintergründe der St.-Gertruden-Verehrung. Dr. Klaus-J. Lorenzen-Schmidt war Archivar am Staatsarchiv Hamburg und befasst sich mit der hamburgischen und schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 

Dr. Klaus-J. Lorenzen-Schmidt war Archivar am Staatsarchiv Hamburg und befasst sich mit der hamburgischen und schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

 

Mittwoch, 18. März, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

In Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Prof. Dr. Claudia Schnurmann: Die atlantische Korrespondenz der Hamburgerinnen Adele Haller und Mathilde Lieber 1822-1848

Heute kennt man die gebürtigen Hamburgerinnen Mathilde Oppenheimer (1805-1890) und Adele Oppenheimer (1807-1873) meist nur wegen ihrer bekannten Ehemänneroder ihrer Kinder. Mathilde Oppenheimer wanderte 1829 in die USA aus und heiratete dort den aus Berlin stammenden Franz Lieber (1798-1872), Produzent der Encyclopaedia Americana und des Code 100 von 1863, des Basismodells der Genfer Kriegsrechtskonventionen. Adele Oppenheimer (1807-1873) wurde 1831 die Ehefrau des Hamburger Politikers Nicolaus Ferdinand Haller (1805-1876) und 1835 Mutter des späteren Architekten Martin Haller. Beide Frauen besaßen Esprit und scharfen Intellekt. Adele Hallers intensiver Briefwechsel mit der geliebten Cousine in den USA vermittelt Einblicke in die biedermeierlichen Zwänge ihrer Geschlechterrollen und ihrer Milieus, aber auch die Möglichkeiten des Wissenstransfers zwischen den USA und der Elbmetropole.

Prof. Dr. Claudia Schnurmann lehrt seit 2003 nordamerikanische und atlantische Geschichte der Neuzeit an der Universität Hamburg.

 

Mittwoch, 15. April, 18 Uhr, Staatsarchiv Hamburg, Lorichs-Saal

175. Ordentliche Mitgliederversammlung

Auf der Mitgliederversammlung erstattet der Erste Vorsitzende, Prof. Dr. Rainer Nicolaysen, den Jahresbericht und bilanziert dabei unter anderem unser Jubiläumsjahr. Im Mittelpunkt der diesjährigen Versammlung steht die Vorstandswahl – gewählt werden turnusgemäß 12 der 15 Vorstandsmitglieder, deren vierjährige Amtsperiode abläuft. Zudem wird Gudrun Scharbau nach 25-jähriger Tätigkeit für den Verein in den Ruhestand verabschiedet, und unser bisheriges Vorstandsmitglied Anton F. Guhl stellt sich in seiner neuen Rolle als Leiter der Geschäftsstelle vor.

Zum Abschluss gibt es wieder Gelegenheit zum Gespräch bei Brezeln und Wein! (Wir bitten um einen Kostenbeitrag von 3 Euro.)

 

Mittwoch, 22. April, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

In Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Alexandra Jaeger: Auf der Suche nach Verfassungsfeinden. Hamburger „Berufsverbote“ zwischen Sicherheitspolitik und Liberalisierung in den 1970er Jahren

Als in den 1970er Jahren Kommunisten als Lehrer oder Sozialpädagogen nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt wurden, war häufig vom „Berufsverbot“ die Rede. Auch in der Hamburger Landespolitik rief das Thema erhitzte Debatten hervor. Flächendeckende Anfragen beim Verfassungsschutz bei allen Bewerbungen, Anhörungen und umstrittene Ablehnungen erhöhten das Misstrauen in die staatliche Sicherheitspolitik. Die große Resonanz, auf die diese Kritik stieß, verweist auf die politisch-kulturellen Veränderungen in den 1970er Jahren, beispielsweise eine stärkere Befürwortung individueller Rechte gegenüber staatlichen Eingriffen und eine größere Toleranz gegenüber politischen Gegnern.

Alexandra Jaeger promoviert am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg und wird durch ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

 

Mittwoch, 20. Mai, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

In Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Prof. Dr. Ulrich Bauche: Firma Karstadt-Porges, Färberei, Wäscherei und Reinigung in Hamburg-Billbrook

Dieser Industriebetrieb, der anfangs und dann wieder später als J.H.C. Karstadt firmierte, wurde von 1888 bis zur Enteignung 1939 von seinen Inhabern aus der hamburgischen jüdischen Familie Tuch geleitet. Er war in dieser Zeit Branchenführer in Hamburg. 1942 wurden die Eheleute Clara und Dr. Theodor Tuch, ehemaliger Seniorchef, im KZ Treblinka ermordet. Seit 2004 und 2010 erinnern in Volksdorf und Billbrook jeweils Stolpersteine an ihr Schicksal. Die biografische Spurensuche brachte über erneute Kontakte zu den in die USA zwangsemigrierten jüngeren Familienmitgliedern Dokumente, Fotos und einen Dokumentarfilm von 1929 wieder nach Hamburg. Weitere Werbemittel unterstreichen die Bedeutung dieses mit dauerhaft großer Belegschaft und damals moderner Technik arbeitenden Industriebetriebes.

Prof. Dr. Ulrich Bauche war Hauptkustos am Museum für Hamburgische Geschichte und Lehrbeauftragter am Institut für Volkskunde. Mit der Familie Tuch ist er verwandt.

 

Mittwoch, 3. Juni, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

In Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Dr. Rainer Hoffmann: Die Erfolge der dänischen Schulverwaltung bei der Durchsetzung der Schulpflicht im Kirchspiel Bergstedt (1460-1864)

Ausgehend von den erlassenen Schulordnungen für die niederen Schulen (für das ehemalige Herzogtum Holstein und für die Hamburger Walddörfer) wird die Durchsetzung der Schulpflicht in der ehemals ländlichen Region des südlichen Holsteins im Stormarner Kirchspiel dargestellt. Dabei muss als ein Ergebnis der Studie hervorgehoben werden, dass die Leistungsfähigkeit des schleswig-holsteinischen (dänischen) Schulsystems dem viel gepriesenen preußischen weit überlegen war. Die mehr auf Konsens ausgerichtete dänische Schulverwaltung erreichte beispielsweise schon 1825 eine 100-prozentige Einschulungsquote im Untersuchungsgebiet, während Preußen nur eine Quote von 82 Prozent bewirkte.

Dr. Rainer Hoffmann, Historiker und Direktor i. R. der Gesamtschule Poppenbüttel, wurde mit einer Arbeit über dieses Thema an der Universität Hamburg promoviert.

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Verein für Hamburgische Geschichte

Anton F. Guhl (Leiter der Geschäftsstelle)

Kattunbleiche 19
22041 Hamburg (Wandsbek)
Telefon / Fax: (040) 68 91 34 64
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