Vortragsprogramm – Herbst 2015

Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen!

 

Bitte beachten Sie jeweils den Veranstaltungsort:

Der Vortragsraum der Staatsbibliothek befindet sich im 1. Stock
des Gebäudes der Staats- und Universitätsbibliothek, Von-Melle-Park 3

Der Lorichs-Saal befindet sich im Erdgeschoss des Staatsarchivs Hamburg, Kattunbleiche 19.

 

Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

Buchvorstellung in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Dr. Linde Apel und Dr. Inge Grolle: Nathan Ben-Brith: "Mein Gedächtnis nimmt es so wahr". Erinnerungen an den Holocaust

Die behütete Kindheit des 1923 in Hamburg geborenen Nathan Ben-Brith wurde durch den Schock des Pogroms vom 9./10. November 1938 jäh beendet. Zu bezeugen, was ihm in den Jahren nationalsozialistischer Herrschaft zustieß, hat Ben-Brith erst Jahrzehnte später über sich gebracht. Sein gewissenhafter, erstmals veröffentlichter Bericht unterscheidet das Selbsterlebte und authentisch Erinnerte von später ergänztem Wissen. Sachlich, präzise und anschaulich schildert er die Stationen seines Weges: Flucht, Internierung, Deportation, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Todesmarsch und Überleben wider aller Wahrscheinlichkeit.

Die Herausgeberin, Dr. Inge Grolle, stellt die Lebensgeschichte der Familien Bundheim/Ben-Brith vor. Dr. Linde Apel, Herausgeberin der VHG-Reihe "Hamburger Selbstzeugnisse", liest ausgewählt Passagen.

 

Mittwoch, 21. Oktober, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Prof. Dr. Matthias Brandis (Freiburg): Die Familie Wohlwill. Eine jüdische Hamburger Bürgerfamilie im 19. und 20. Jahrhundert

Immanuel Wohlwill (Yoel Wolf) war der erste Träger des Namens als Ausdruck eines progressiven und toleranten Freigeistes. Nachkommen wurde durch höhere Schulbildung und Studium in der bürgerlichen Gesellschaft Hamburgs akkulturiert. Bis 1933 entstammen dieser Familie verschiedene Persönlichkeiten, die in der Hamburger Bürgerschaft etabliert zu sein scheinen. Nach 1933 wird die Illusion wirksam. Die zunehmende Entrechtung dieser Menschen führt zur Vertreibung der meisten Familienmitglieder in verschiedene Länder der Welt: Fünf Mitglieder werden 1942/1943 ins KZ Theresienstadt deportiert, vier von ihnen sterben dort bzw. in Auschwitz. Im Vortrag werden die beeindruckende Familiengeschichte im 19. Jahrhundert und die Katastrophe im 20. Jahrhundert dargestellt.

Prof. Dr. Matthias Brandis, emeritierter Professor für Kinderheilkunde und zuletzt Leitender Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Freiburg, ist ein Enkel von Dr. Heinrich Wohlwill und forscht seit 2011 zu den Familien Wohlwill und Dehn.

 

Mittwoch, 4. November, 18 Uhr, Lorichs-Saal im Staatsarchiv

Projektpräsentation in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung und dem Staatsarchiv Hamburg

"Außenseiter in der Geschichte". Hamburger Schülerinnen und Schüler erforschen Lokalgeschichte. Präsentation preisgekrönter Arbeiten

"Anders sein. Außenseiter in der Geschichte". Unter diesem Motto stand die diesjährige Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, den die Körber-Stiftung seit 1973 ausrichtet. 327 Schülerinnen und Schüler haben in Hamburg 129 Beiträge eingereicht. Die Themen reichen von den Hagenbeck'schen Völkerschauen in der Kolonialzeit über die Verfolgung vermeintlich Anderer in der NS-Zeit bis zur Besetzung der KZ-Gedenkstätte Ende des 1980er Jahre. Einiger der Hamburger Landessieger präsentieren ihre Ergebnisse und Erkenntnisse.

Moderation durch Dr. Joachim Wendt, Jury-Mitglied des Geschichtswettbewerbs der Körber-Stiftung Hamburg.

 

Mittwoch, 18. November, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Prof. Dr. Christoph Dartmann und Dr. Thorsten Logge: Die Stadt erzählen in Hamburg und Venedig. Zur Repräsentation von Geschichte im öffentlichen Raum

Geschichte im öffentlichen Raum dient oft der historisierenden Begründung des Gegenwärtigen durch erinnerungskulturelle Bezugsrahmen auf die Vergangenheit. Dies zeigen öffentliche Repräsentationsbauten – kirchliche wie weltliche – besonders gut. Christoph Dartmann und Thorsten Logge diskutieren an den Beispielen des mittelalterlichen Dogenpalastes in Venedig und des Hamburger Rathauses, wie sich das politische Gemeinwesen in den beiden Hafenstädten über Repräsentationen von Geschichte im öffentlichen Raum zeitgenössisch verortete, historisch begründete und Erwartungshaltungen an die Gegenwart formulierte und kommunizierte.

Prof. Dr. Christoph Dartmann vertritt zurzeit eine Professur für Geschichte des Mittelalters an der Universität Hamburg. Dr. Thorsten Logge ist Koordinator des Arbeitsfeldes Public History am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg.

 

Mittwoch, 2. Dezember, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek

Ein Gespräch in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer und Prof. Dr. Rainer Nicolaysen: Hamburgs (post-)koloniales Erbe und seine historische Aufarbeitung

Hamburg ist die Stadt in Deutschland, die am stärksten vom Kolonialismus profitierte und am stärksten in den europäischen Kolonialismus involviert war. Noch immer aber steht eine kritische Beschäftigung mit diesem Teil der Stadtgeschichte weitgehend aus. Und das obwohl koloniale Spuren an vielen Orten der Stadt sichtbar sind – sei es in Form von Gebäuden und Büsten, sei es in etlichen Namen von Straßen und Plätzen. Aufgabe der 2014 an der Universität Hamburg eingerichteten Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung" ist es, die wissenschaftliche Grundlage für ein stadtweites Erinnerungskonzept zur Kolonialgeschichte zu erarbeiten. Im Gespräch mit Rainer Nicolaysen gibt Jürgen Zimmerer Auskunft über die Geschichte und Erinnerungsgeschichte des Kolonialismus in Hamburg und skizziert die Perspektiven der von ihm geleiteten Forschungsstelle.

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer lehrt seit 2010 Neuere Geschichte (Schwerpunkt Geschichte Afrikas) an der Universität Hamburg. Prof. Dr. Rainer Nicolaysen leitet die Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte an der Universität Hamburg und ist Vorsitzender des VHG.  

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