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Vortragsprogramm – Frühjahr/Sommer 2022

 

Wir freuen uns sehr, Sie im Frühjahr/Sommer 2022 wieder zu unserem Vortragsprogramm einladen zu dürfen!

 

Die aktuellen Schutzmaßnahmen des Museums für Hamburgische Geschichte finden Sie hier: https://shmh.de/de/schutzmassnahmen-corona

 

Eine Anmeldung in der Geschäftsstelle des VHG ist nicht mehr erforderlich.

 

Bitte beachten Sie jeweils den Veranstaltungsort:

Das Museum für Hamburgische Geschichte ist im Holstenwall 24

 

 

Mittwoch, 30. März 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Tobias Freimüller: Der Börneplatzkonflikt in Frankfurt. Jüdisches Leben, Geschichtspolitik und die Bundesrepublik in den 1980er Jahren.

Bei Ausschachtungen für ein Gebäude am Börneplatz wurden 1987 bauliche Reste des ehemaligen jüdischen Ghettos freigelegt. Um den Umgang mit den Relikten der „Judengasse“ entstand eine heftige öffentliche Kontroverse. Der „Börneplatzkonflikt“ war eine Zäsur in der jüdischen Nachkriegsgeschichte Westdeutschlands; zugleich ist er nur vor dem Hintergrund geschichtspolitischer Konstellationen der 1980er Jahre zu verstehen.


Der Historiker PD Dr. Tobias Freimüller ist stellvertretender Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main.

 

Mittwoch, 13. April 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Mario Marcus: Synagoge Fraenkelufer Berlin – Bau, (teilweise) Zerstörung, Wiederaufbau.

Der Vortrag bietet einen allgemeinen Überblick zur Geschichte der Synagoge am Berliner Fraenkelufer von ihrer Weihung 1916 bis zur aktuellen Situation und bezieht dabei die familiären Bezüge des Referenten mit ein. In der Gegenwart geht es am Fraenkelufer um die Idee, ein Gemeindezentrum auf dem Gelände des ehemaligen Haupthauses zu errichten, wobei im Vortrag die politischen Implikationen sowie Fragen der Architektur einbezogen werden.


Der im Ruhestand befindliche Gefäßchirurg Mario Marcus ist seit etwa 50 Jahren Beter in der Fraenkelufer-Synagoge.

 

Mittwoch, 27. April 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Miriam Rürup: „Freiwillig aufgegeben“? Der Tempel in der Poolstraße als letztes sichtbares Relikt von 300 Jahren jüdisches Hamburg. Eine Geschichte der Verdrängung.


Im Zentrum steht der erste Tempelbau einer liberalen jüdischen Gemeinde von 1844 in der Neustadt, die bis um 1900 Kern des jüdischen Lebens war. Die heutige Ruine in einem Hinterhof ist der letzte bauliche Überrest einer fast 300-jährigen Geschichte. Sie zeigt, wie jüdisches Leben aus der Stadt-Topographie verdrängt wurde – im Nationalsozialismus wie in der städtischen Erinnerung bis zur Gegenwart. Ausgehend von diesem Beispiel kommen weitere Debatten um verdrängte Orte jüdischer Zeitgeschichte in Hamburg zur Sprache.


Prof. Dr. Miriam Rürup leitete bis 2020 des IGdJ in Hamburg und ist nun Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam sowie Vorsitzende des Vereins TempelForum – Verein zum Erhalt und zur Öffnung der Tempel-Ruine in der Poolstraße.

 

 

Mittwoch, 11. Mai 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte und der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung

Vortrag: Jochen Thies: Der Bundeskanzler und sein Redenschreiber – Erinnerungen an Helmut Schmidt.


Es geht um den Stellenwert von Sprache und Rede bei Bundeskanzler Helmut Schmidt. Wie bereitete sich der Bundeskanzler auf eine Rede vor? Wie ließ er sich zuarbeiten? Wie verlief ein Tag, an dem der Redenschreiber Schmidt begleitete? Welche Veränderungen gab es in den Reden des Kanzlers? Für welche Anlässe schrieb man Reden, wie sah die Jahres-Reden-Bilanz Schmidts aus? Wie war es als Redenschreiber im Kanzleramt?


Der Romanist und Historiker Dr. Jochen Thies war von 1980 bis 1982 stellvertretender Leiter des Redenschreiberstabes von Bundeskanzler Schmidt. Er lebt heute als Publizist in Berlin.

 

Mittwoch, 25. Mai 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: David Templin: Einwanderungsviertel in Hamburg im 20. Jahrhundert

Der Wandel städtischer Räume ist aufs Engste mit Zuzug und Migration verbunden. Dabei bildeten sich immer wieder Räume heraus, die im öffentlichen Diskurs besonders mit Migration in Verbindung gebracht wurden - etwa wenn Straßenzüge im frühen 20. Jahrhundert als „Klein Warschau“ oder „Chinesenviertel“ galten, oder wenn in den 1970er Jahren vor „Ausländerghettos“ gewarnt wurde. Im Vortrag soll sowohl die Wahrnehmung solcher städtischer Räume untersucht, als auch der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen diese Quartiere für die Migrant:innen selbst erfüllten.


Dr. David Templin ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.

 

Mittwoch, 8. Juni 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag Hannah Jonas: Von leeren Stadien und Totenköpfen – Hamburg als Fußballstadt.

Warum kamen zu Beginn der 1980er Jahre rekordverdächtig wenig Zuschauer ins Volksparkstadion, obwohl der HSV gerade zweimal Deutscher Meister geworden war? Wie wurde ein maroder und konservativer Verein wie der FC St. Pauli in den 1990er Jahren zum gefeierten Symbol von Gegenkultur und Andersartigkeit? Anhand des Fallbeispiels Hamburg wird im Vortrag aufge zeigt, wie eng Entwicklungen im Fußball mit allgemeinen Tendenzen der Wirtschafts-, Konsum- und Mediengeschichte verbunden sind.


Die Historikerin Dr. Hannah Jonas veröffentlichte 2019 ihre Dissertation zur Geschichte des Fußballs in England und Deutschland seit den 1960er Jahren.

 

Mittwoch, 22. Juni 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Sarah Lentz/Annika Bärwald: „Keinen Adel, keine Patrizier, keine Sklaven“? Sklavenhandel, atlantische Sklaverei und Anti-Sklaverei in Hamburg.

Entgegen der heute noch gängigen Überzeugung waren Hamburger:innen bereits im 18. und frühen 19. Jahrhundert in die atlantische Sklaverei verstrickt. Sie besaßen nicht nur Plantagen in karibischen Regionen, sondern unternahmen von Hamburg aus auch Sklavenhandelsfahrten. Diese Involvierung war sichtbar: durch die Anwesenheit freier und versklavter schwarzer Menschen, durch gedruckte Anleitungen zum Sklavenhandel oder durch die Bemühungen Einzelner, dagegen aktiv zu werden.


Dr. Sarah Lentz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit der Universität Bremen, bekam 2019 für ihre Dissertation zu deutschen Sklavereigegner:innen den Bremer Studienpreis. Annika Bärwald M.A. ist in Bremen Doktorandin im ERC-Projekt „Das Heilige Römische Reich deutscher Nation und seine Sklaven“ und arbeitet zu Hamburger Verstrickungen in die Sklaverei sowie zu schwarzen Menschen in Hamburg und Umgebung.

 

Mittwoch, 6. Juli 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Reinhard Otto:„Grabe wo Du stehst“ – Entwicklung und Perspektiven der Hamburger Geschichtswerkstätten.

„Grabe wo Du stehst!“ – dieser Satz stand in den 1980er Jahren am Beginn der Geschichtswerkstätten und gilt bis heute. Stadtteilgeschichte beginnt nicht in Archiven und Bibliotheken, sondern vor der Haustür. Jeder Mensch hat eine Geschichte, die wichtig ist. Dafür stehen die Geschichtswerkstätten, die ihre Projekte mit Menschen vor Ort umsetzen wollen. Die Förderung von Geschichtsbewusstsein sowie die Identifikation mit dem Stadtteil sind zentrales Ziel. Es geht um Neugier und Mitgestaltung. Der Vortrag geht auf Geschichte, Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Geschichtswerkstätten ein.


Der Dipl.-Geograf Reinhard Otto, stellvertretender Vorsitzender im Dachverband Geschichtswerkstätten Hamburg und in der Geschichtswerkstatt Barmbek aktiv, beschäftigt sich mit Barmbeks Geschichte sowie mit Jugend- und Freizeitkulturen von 1925 bis 1965.

 

Mittwoch, 20. Juli 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Fridjof Gutendorf: „Von einem ziemlich unnützen, durch Heirat reich gewordenen Gelehrten.“ Adolph Theobald (1836-1882), VHG-Sekretär, Mäzen, Vereinsstifter, Querulant, Bankrotteur.

Theobald verfügte durch Heirat über ein großes Vermögen und widmete sich seinen akademischen Vorlieben. In der Gründerzeit trat er als Förderer wissenschaftlicher Vereine in Hamburg hervor. Er konnte jahrelang eine Fassade gegenüber der Öffentlichkeit aufrechterhalten. Aber was verbarg dieser Vertreter des Bildungsbürgertums? Der Vortrag berichtet über seine respektablen Leistungen und über die menschlichen Schicksale im Abwärtsstrudel der Gründerkrise.

Fridjof Gutendorf leitete die Hanseatische Sparkassenakademie und befasst sich im Ruhestand mit der Geschichte der wissenschaftlichen Vereine Hamburgs.